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Ein Blick ins Geschichtsbuch

 

Dem athenischer Politiker und Feldherr Perikles (um 500429 v. Chr.) wird der Satz zugeschrieben „Wer an den Dingen der Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger“. Auch in Deutschland hat das Bürgerschaftliche Engagement und Ehrenamt eine lange Tradition. Die politische Mitbestimmung des städtischen Bürgertums wurde erstmals in der Preußischen Städteordnung von 1808 festgeschrieben. Damit wurde vor über 200 Jahren die Grundlage für die kommunale Selbstverwaltung gelegt. Bürger der Städte konnten nach dieser Verordnung zur Übernahme öffentlicher Stadtämter verpflichtet werden, ohne dafür Entgelt beanspruchen zu können.


In dieser Tradition stehen vergleichbare Ehrenämter: Schöffen vor Gericht; Betriebs- und Personalräte in Unternehmen und Verwaltungen, Vereinsvorstände, Freiwillige Feuerwehr, Technischer Hilfsdienst, DLRG, Kirchengemeinderäte und andere mehr. In all diesen Feldern werden genau umrissene gemeinschaftliche Anliegen von auf eine bestimmte Zeit gewählten Amtsträgern unentgeltlich oder gegen Aufwandsentschädigung wahrgenommen. 

 

Allerdings hat der gesellschaftliche Wandel, auch das Ehrenamt erfasst. Allenthalben wird ein Rückgang des Ehrenamtes beklagt, abzulesen an der Mitgliederentwicklung großer Organisationen. Vereine im Sport oder im kulturellen Umfeld finden kaum mehr Engagierte, die ehrenamtliche Vorstandsfunktionen übernehmen wollen; Parteien und Gewerkschaften haben deutlich an Mitgliedern und damit an freiwillig Engagierten verloren.

 

Die Bereitschaft, sich gesellschaftlich zu engagieren, ist jedoch weiterhin vorhanden und zeigt sich unter anderem im bürgerschaftlichen Engagement. Die Unterschiede zum herkömmlichen Ehrenamt zeigen sich deutlich. Während das "klassische" Ehrenamt in Organisationen erfolgt, bestimmt das individuelle interesse an den Inhalten der Arbeit das neue Engagement. So sind auch die Mitgestaltung an Inhalt, Umfang und Dauer der freiwilligen Arbeit bedeutsame Motive für das Engagement. Ebenso erfolgt die Mitwirkung an Initiativgruppen, Projekten und Aktionen, was die Dauer und den Umfang angeht, selbstbestimmt.

 
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